Krise – lass ich mich runter ziehen oder wachse ich daran?

16.01.2018 - Allgemein, Blog

Es gibt Lebensereignisse die einem ganz unverhofft aus der Bahn werfen können. Manche mehr, manche weniger. Zu diesen Ereignissen können zb der Verlust eines geliebten Menschen, ein Unfall oder Jobverlust zählen. Aber auch freudige Ereignisse wie Hochzeit, Geburt eines Kindes oder Bau eines Eigenheims können einem durch die starke Lebensveränderung aus der Bahn werfen und unglücklich machen.

Jeder von uns hat schon diverse Erfahrungen gemacht, entscheidend ist wie ich damit umgehe. Ob ich mich davon schnell oder langsam erhole oder gar nicht erhole. Ob ich sie gut verkraften kann oder sogar daran wachsen kann.

Für mich persönlich ist einer der wichtigsten Schlüssel, die mich in einer Krise tragen zu aller erst meine Familie. Ich weiß, dass jemand da ist und mit mir durch die Krise geht. Das gibt mir ein Stück Sicherheit. Aber ein weiterer wichtiger Schlüssel ist für mich ein positives Gefühl – Optimismus. Das heißt nicht immer alles rosarot zu sehen, sondern das beste aus der Situation zu machen. Ein wesentlicher Faktor ist für mich auch die Aktzeptanz – das Annehmen der Situation die gerade ist. Nicht gleich zu jammern wie schlimm es gerade ist, sondern zu sagen: „Momentan ist es so wie es ist und ich schau mal was ich daraus machen oder gar lernen kann. Oder noch einfacher gesagt, sich zu überlegen wie ich damit umgehe.“

Auch wir, die Menschen die andere in schweren Situationen begleiten sind nicht Gott oder heilig. Ich habe auch schon ein paar Krisen überstanden. Das gehört nun mal zum Leben dazu – wie Yin und Yang – Bewegung, Ruhe – Anspannung, Entspannung – Hoch, Tief. Würden wir keine Tiefs haben, würden wir die Hochs gar nicht so schätzen und intensiv spüren können.

Eines meiner bisher schlimmsten Lebensereignisse war die Geburt meiner 1. Tochter. Ich hatte eine Schwangerschaftsvergiftung und ich wurde kurz nach der Diagnose in den OP gebracht, bekam eine Vollnarkose und wachte auf ohne meine Tochter bei mir zu haben, geschweige denn zu wissen ob sie lebt. Es ging schnell, war ein Schock. Meine Tochter kam klein und mit 2 kg auf die Welt und ich konnte Sie erst am 3. Tag sehen. Mein Körper erholte sich glücklicherweise schnell und auch meine Tochter kam mit einer Kämpfernatur zur Welt. Was mich in den ersten Stunden optimistisch gestimmt hat und mir unheimliche Kraft gab, war der Glaube daran, dass wir es schaffen, ganz egal wie! Und wir haben es geschafft. Natürlich haben wir alle Narben davon getragen, die ganz tief sitzen und uns immer wieder an dieses Ereignis erinnern, aber wir arbeiten daran und mit jedem Mal wird es leichter. Nicht nur die Zeit heilt Wunden, auch die Arbeit mit dem „Trauma“. Ich habe mich in die Obhut meines Lehrers, meiner Kolleginnen begeben und mich begleiten lassen. Habe viele viele Tränen und Schmerzen los gelassen und es war so heilsam, machte mich ruhiger.

Das Wichtigste aus all meine Krisen sind, im Nachhinein betrachtet, meine Erkenntnisse. Ich habe aus jeder Krise unheimlich viel gelernt. Und sehe jede meiner Krisen als Lernbotschaft an. Ich bin in den letzten Jahren unheimlich daran gewachsen. Auch wenn es für dich jetzt paradox klingt. Wenn du die Krise annimmst und daraus lernst, kannst du daran wachsen.
Früher war ich eine Person die sagte: „Warum muss immer mir der ganze Schei.. passieren?“ Das hat sich schlagartig geändert als ich mich entschieden habe optimistisch zu sein, die Krisen an zu nehmen und daraus zu lernen.

Mein Leitspruch, der mir oft geholfen hat „Take it easy and relax“ 🙂