Eltern-Kind Beziehung – nährend oder schädigend

26.01.2021 - Blog

Beziehung

Manche Klienten schildern die Beziehung zu den Eltern als eng, nährend, liebevoll, wohlwollend und frei. Viele Klienten beschreiben die Beziehung eher als unspürbar, emotional unerreichbar oder aber auch als einengend, grenzüberschreitend und viel zu viel. Wiederum andere Klienten beschreiben die Beziehung als „normal“ – doch was ist normal. 

In der Kindheit wird unser Beziehungsmuster geprägt. Wir lernen aus der Beziehung zu und zwischen unseren Eltern und Geschwistern wie Beziehung gelebt wird und „richtig“ ist. Im erwachsenen Alter führen wir dies oft ganz unbewusst weiter. Für Manche fühlt sich dies stimmig gut und nährend an für Andere wiederum schwer und belastend.

Wenn Erwachsene unabhängig vom Familienleben  tiefe Liebesbeziehungen oder enge Freundschaften erleben, merken sie, dass sich Kontakte auch anders anfühlen können. Manche können dies gut annehmen, Andere wiederum tun sich damit schwer.

Das Grundgefühl, dass bei Kindern entsteht die in „schädlichen“ Eltern-Kind Beziehungen aufgewachsen sind ist: es ging in der Beziehung nie um das Kind. Auch Eltern die Ihre Kinder ganz nah an sich binden, wollen vor allem eigene Bedürfnisse stillen. Die Kinder spüren alles Unausgesprochene zwischen den Eltern, auch wenn sie es nicht benennen können. Ist die Beziehung zwischen den Eltern brüchig, dann fühlen sich viele Kinder dafür verantwortlich, möchten ausgleichen oder gar ein Elternteil nicht in Stich lasse. Doch das ist zu viel für ein Kind.
Viele werden in Paarbeziehungen auf Wunden aus der Kindheit aufmerksam. Denn die Beziehung zum Partner ist ein guter Spiegel zur Beziehung zu einem Elternteil.

Was können Kinder tun, um sich von dieser Schwere zu lösen?
In erster Linie würde ich sagen, dass eine Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen und in Folge mit dem Erlebten aus der Kindheit dabei sehr hilfreich ist. Dabei können zu Beginn folgende Fragen helfen: Was ist für mich stimmig, wie möchte ich Beziehung leben? Was geht für mich gar nicht? Wo fühle ich mich ausgehungert und was hätte ich gebraucht? Oder was war für mich zu viel und was hab ich mich nicht getraut zu sagen? Wo liegt mein Schmerz?
Wenn bei den Eltern keine Aussöhnung möglich ist, dann gibt es immer noch die eigene Aussöhnung mit der Geschichte. Jeder Mensch kann sich immer noch selber das geben was er gesucht und nicht bekommen hat. Man kann lernen sich selbst zu lieben, sich selbst wertvoll zu behandeln, sich selbst zu bemuttern, auf sich selbst stolz zu sein.

Liebe ist bedingungslos, absichtslos uns frei und dabei in ihrer vollen Kraft und Entfaltung.